Dass die Schweiz neutral bleibt, ist allen klar, auch den Gegnern der Neutralitätsinitiative. Es geht um deren zweiten Teil: Sanktionen auch gegen Schurkenstaaten sollen nicht mehr möglich sein, ausser, sie seien von der UNO getragen. Ausgerechnet von der UNO! In der entscheidenden Abstimmung um den Beitritt der Schweiz zur UNO 2002 bekämpfte die SVP mit all ihren Mitteln diese Vorlage. Jetzt aber soll plötzlich die UNO alleiniger Ort der moralischen Entscheidung betreffend Sanktionen sein. Was für eine Verwirrung!
Es gibt im Umfeld der SVP nebst der Friedenstaube ein weiteres vielgebrauchtes Symbol: die
Hellebarde. Parteipräsident Dettling wird bei Auftritten von ihr begleitet, Christoph Blocher jüngst gar durch zwei der Kriegsgeräte. Die Hellebarde steht aber nicht für unsere Unabhängigkeit und den Frieden, sondern für die Schweizer Söldner, also für das Söldnerwesen Schweizer Jungen und Männer wurden ins Ausland verkauft, wahllos an alle, die zahlten, Hauptsache die Gulden, heute die Rubel, rollten. Oft kämpften Schweizer gegen Schweizer, mit Hellebarden. Die grossen Herren oder Familien machten das Geschäft und den Gewinn, die Kleinen starben oder kamen verkrüppelt heim. Gewinne machen, auch in Kriegen, ohne Sanktionen oder andere moralische Mittel, auch mit Schurkenstaaten, das ist das eigentliche Ziel der Initiative.
Darum ein überzeugtes Nein zur Neutralitätsinitiative, ein Ja für mehr Frieden.
Franz Schüle
Affolter Anzeiger vom 4. September 2026