Mitarbeit in den Behörden ist ein Nebenamt mit Entschädigung. Die Gemeindeversammlung Mettmenstetten wird am Montag, 8. Juni, über eine Revision der Besoldungsverordnung entscheiden.
Der Gemeinderat möchte die Ämter attraktiver gestalten – Pauschalen statt Sitzungsgelder. Alle bekämen gleich viel und alle können sich vor der Kandidatur überlegen, ob ihnen dieser Lohn reicht.
Mich dünkt das nicht angemessen, denn der Aufwand und das Engagement in den verschiedenen Ressorts sind unterschiedlich, die Unterstützung, die die Verwaltung bietet ebenso. Jemand, der engagiert in Kommissionen mitarbeitet, initiativ kommunale Projekte plant und sich auch auf Bezirksebene vernetzt, soll gleich entschädigt werden wie jemand, der seinen Aufwand in Grenzen hält und möglichst wenige Sitzungen organisiert? Mit Sitzungsgeldern würden lediglich Sitzungen honoriert, nicht aber zwingend Leistung, Verantwortung und Effizienz, meint der Gemeinderat. Das gilt für eine Pauschalentschädigung doch ebenso.
Weil BVK-Gelder für jüngere Behördenmitglieder wichtig sind und solche lediglich bei der Pauschale abgerechnet werden, könnten als Kompromiss die Jahrespauschalen um die Gelder für die ordentlichen Behördensitzungen erhöht werden, Sitzungsgelder gäbe es nur noch für zusätzliche Sitzungen.
Wir haben erst gerade die kommunalen Behörden neu gewählt. «Ich will mich engagieren», tönte es in zahlreichen Interviews und Wahlsprüchen. Niemand hat gesagt: «Ich suche einen Teilzeitjob.» Dabei sollte es bleiben. Mitarbeit soll entschädigt werden. Aber nicht so, nicht in diesem Tempo (die letzte Revision datiert vom 2019), und nicht in Richtung Lohn statt Entschädigung. Dass damit das Total aller Behördenentschädigungen um unbescheidene 16 Prozent gegenüber 2025 wachsen soll, sei doch auch noch erwähnt – so eine Lohnerhöhung würden sich manche auch wünschen.
Franziska Sykora, Mettmenstetten
Leserbrief im Affolter Anzeiger vom 2. Juni 2026