Wohn- und Bodenpolitik und die Mietpreise

Wohn- und Bodenpolitik und die Mietpreise

Im Bild von links: Eva Torp Präsidentin SP Hedingen, Deborah Senn Mohanathas Gemeinderatskandidatin, Jaqueline Badran SP Nationalrätin

 

Jacqueline Badran referierte am 3. Februar in Hedingen

Über 60 Personen sind am 3. Februar ins Werkgebäude gekommen. Als Einführung zum Referat von Jacqueline Badran präsentierte die Hedinger SP Gemeinderatskandidatin Debora Senn Mohanathas die Resultate der SP Wohnumfrage, die im Herbst in Hedingen von der SP durchgeführt worden ist.

Anfang November erhielten alle Haushalte in Hedingen einen Brief mit einer Umfrage zur Wohnsituation in Hedingen. Die über 100 Antworten wurden vom SP Sekretariat des Kantons Zürich ausgewertet. 77,5 Prozent sind erfreulicherweise mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Und doch sind viele besorgt wegen der schwierigen Wohnungssuche und eine grosse Mehrheit wegen der hohen Wohnungspreise. Breit befürwortet werden das Vorantreiben des Ausbaus gemeinnütziger Wohnbaugenossenschaften durch die Gemeinde sowie ein Vorkaufsrecht für die Gemeinde für mehr bezahlbare Wohnungen.

Die von Debora Senn Mohanathas kompetent und verständlich vorgestellte Umfrage ergibt zwar nur ein Stimmungsbild, dafür aber ein eindrückliches. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass die Resultate in vielen Punkten mit den Resultaten dergleichen Umfrage in anderen Gemeinden und Städten im Kanton Zürich übereinstimmen.

In ihrem sehr lebendigen Referat ging Nationalrätin Jacqueline Badran mit viel Energie und Engagement auf die rechtlichen, ökonomischen und politischen Hintergründe der Wohn- und Bodenpolitik und der Mietpreise ein. Da der Immobilien und Bodenmarkt sich quasi auf einen Zwangskonsum stützt, vergleichbar mit Wasser und Luft, und der Boden limitiert ist, betrifft er uns alle elementar. Für viele Personen sind die Wohnkosten heute mit Abstand der grösste Posten im Haushaltsbudget. Auf der anderen Seite profitiert der Immobilien- und Bodenmarkt massiv von steuerfinanzierter Infrastrukturleistung.

Überraschende Aussage von Badran

Wohl ziemlich überraschend für alle Anwesenden war die Aussage von Badran, dass Verfassungsartikel 41 BV ein Recht aller auf eine zahlbare Wohnung vorsieht. Bei einem Mietzins von bis zu 60 Prozent des Einkommens ist die Miete jedoch in der Schweiz Armutsrisiko Nr. 1. Offenbar fehlt es am Willen zur Umsetzung der Verfassung. Die Bevölkerung sieht sich dem Wohnproblem oft hilflos ausgeliefert. Jacqueline Badran präsentierte jedoch durchaus realistische Forderungen, zum Beispiel Landkauf durch die Gemeinden und Abgabe an gemeinnützige Genossenschaften und engagierte Durchsetzung des Mietrechts. Der Abend endete mit grossem Applaus für den spannenden eineinhalbstündigen Auftritt von Jacqueline Badran und angeregten Gesprächen beim Apéro.

Eva Torp, SP Hedingen

Affolter Anzeiger vom 13.

Februar 2026

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