Der sehr gut besuchte Polit-Stamm der Grünen und SP vom 10. Dezember widmete sich dem Spannungsfeld zwischen Solaranlagen und Baudenkmälern. An der Diskussion nahmen unter anderem die Kantonsräte Thomas Schweizer (Grüne) und Roger Schmutz (SP) sowie Hansjörg Schneebeli, Kirchenpfleger und Liegenschaftenvorstand der reformierten Kirchgemeinde Obfelden, teil.
Im Zentrum der engagierten Diskussion stand auch das mögliche Solardach der reformierten Kirche in Obfelden. Als gelungenes Praxisbeispiel wurde die Dorfkirche von Trin (GR) vorgestellt. Dort musste das Kirchendach erneuert werden; gleichzeitig wollte die Kirchgemeinde Solarenergie nutzen. Da Trin über einen denkmalgeschützten Ortskern verfügt, waren umfangreiche Abklärungen und Bewilligungsverfahren notwendig. Heute ist das Dach mit Solarpanels gedeckt – anstelle herkömmlicher Ziegel. Dieses Projekt wurde von der schweizerischen Solaragentur mit dem Norman Foster Solar Award ausgezeichnet, der für besonders hochwertige und nachhaltige architektonische Lösungen verliehen wird.
Das Thema Solaranlagen auf denkmalgeschützten Bauten beschäftigt auch den Kanton seit Längerem. Aufgrund von Vorstössen hat der Regierungsrat eine Änderung des Planungs- und Baugesetzes vorgeschlagen. Damit soll dem Grundsatz Rechnung getragen werden, dass energetische Sanierungen von denkmalgeschützten Objekten besser möglich sein sollen. Die Gesetze werden vermutlich im Laufe des nächsten Jahres in der zuständigen Kommission beraten und anschliessend vom Kantonsrat genehmigt.
Der nächste Polit-Stamm findet am 14. Januar 2026 um 19.30 Uhr statt (Hotel Prize by Radisson). Thema des Abends: «Integration durch Arbeit – Chancen und Herausforderungen für Menschen mit Fluchthintergrund».
Stefan Kessler, Grüne Bezirk Affoltern
Affolter Anzeiger vom 19. Dezember 2025