Und sie lassen nicht locker, sie versuchen es noch einmal: Nachdem die Schweizer Stimmbevölkerung 2018 «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren» und damit die Abschaffung der SRG mit 71.6 Prozent deutlich verworfen hat, versuchen es die gleichen Kreise mit einem anderen Versuch nochmals.
Die Initianten kommen als Wolf im Schafspelz daher. Sie argumentieren mit den Jungen, die vor allem Streaming anstelle von SRG-Angeboten nutzen und die SRG-Abgabe zahlen müssten, und allgemein mit den steigenden Lebenshaltungskosten wegen ständig höherer Mieten und Krankenkassenprämien. Doch wären die 135 Franken weniger pro Jahr für den einzelnen Haushalt, nüchtern betrachtet, nicht einfach ein Tropfen auf den heissen Stein? Die Halbierung der Gebühren würde hingegen die SRG zerstören und einen Kahlschlag der bewährten Schweizer Medienlandschaft bedeuten.
Cécile Bachmann, Präsidentin des SRG-Trägervereins ZH/SH, Finanzjournalistin und Kommunikationsprofi, informierte anlässlich des Polit-Stamms einführend über die Rolle des demokratisch aufgestellten, für alle offenen Trägervereins. Er ist das zentrale Bindeglied zwischen der SRG-Programmgestaltung und dem Publikum und vertritt dessen Anliegen. Sie wies auf die politische Unabhängigkeit der SRG hin, also ohne Drall weder gegen links noch gegen rechts. Dies wurde kürzlich in einer Studie von der ZHAW der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften bestätigt.
In der regen Diskussion wurden die Gebühren für KMU angesprochen, die beim Aufkommen des Internets eingeführt wurden. Frau Bachmann erkennt dies als Schwäche der bestehenden Regelung, die mit den Reformvorschlägen des Bundesrates bereinigt werden soll.
Da die Meinungen gemäss den letzten Umfragen gemacht sind und es nur sehr wenige Unentschlossene gibt, war für uns alle abschliessend klar: Wer die SRG schätzt und weiss, wie wichtig sie für die Informationen in unserer funktionierenden Demokratie ist, geht abstimmen und legt ein wuchtiges Nein ein.
Martin Gallusser, SP Affoltern am Albis
Affolter Anzeiger vom 17. Februar 2026