Der Igel ist ein Sympathieträger und zeigt an, ob genügend ökologisch intakte Strukturen bestehen. Diese fehlen zunehmend. Seit 2022 ist der Igel auf der Roten Liste als «potenziell gefährdet» eingestuft. Pro Natura hat ihn daher als Tier des Jahres auserkoren und der monatliche Polit-Stamm von Grünen und SP hat am 11. März den Igel ins Zentrum gerückt.

Robert Zingg, ehemaliger Kurator am Zoo Zürich, hat seine Dissertation über den Igel gemacht und aus der Zeit berichtet, als er die Igel mit einem Peilsender ausgerüstet hat und ihnen die ganze Nacht gefolgt ist. In seinem spannenden Input zeigte er auf, dass sie in einem bis zu vier Quadratkilometern grossen Gebiet unterwegs sind und in einer Nacht mehrere Kilometer zurücklegen. Sie bauen Nester, wo sie den Tag verbringen, andere, wo sie ihre Jungen auf die Welt bringen, und weitere, wo sie den Winterschlaf machen. Sie wechseln den Standort häufig. Sie haben einen ausgesprochen guten Orientierungssinn – eine Karte im Kopf. Sie kennen alle Durchlässe bei Mauern, Zäunen oder Übergänge über Bäche. Der Igel hat ausser Uhu und Dachs kaum natürliche Feinde. Feind Nummer eins sind die Autos. Über 80 Prozent aller vorzeitigen Todesfälle sind Verkehrsopfer.
Heidi Eggerschwiler von der Igelstation Säuliamt knüpfte dort an. Weil Igel oft unters Auto kommen, sind alleingelassene Jungtiere die Folge. Die Igelstation, mit ihrem Team an freiwilligen Helferinnen und Helfern, kümmert sich um diese, päppelt sie auf, bis sie selbstständig sind, und wildert diese auf geeigneten Flächen wieder aus. Das sind strukturreiche Gärten mit Asthaufen, Laubhaufen und Flächen, welche manchmal auch etwas unordentlich aussehen, aber hier fühlt sich der Igel wohl. Im Jahr 2025 hat die Igelstation Säuliamt 123 Igel temporär aufgenommen, davon 23 Babys, welche noch mit Milch geschöppelt werden mussten.
Um das Überleben des Igels zu sichern, sind geeignete, strukturierte Gärten unabdingbar.
Thomas Schweizer, Grüne Bezirk Affoltern
Affolter Anzeiger vom 20. März 2026